Heute halte ich die Ausgabe der Waiblinger Kreiszeitung / Welzheimer Zeitung in der Hand. Mein Buch „ADHS – gesegnet und verflucht“ hat die Redaktion auf mich aufmerksam gemacht und jetzt sehe ich mich selbst auf der Titelseite und über eine halbe Seite im Lokalteil. Ein Moment, der schwer in Worte zu fassen ist. Stolz, Dankbarkeit, Verwunderung und ein wenig Ungläubigkeit liegen gleichzeitig nebeneinander. Man bereitet sich auf vieles vor, aber nicht darauf, plötzlich mitten im eigenen Heimatgebiet so sichtbar zu sein. Es ist ein komisches Gefühl, sich gedruckt zu sehen, so öffentlich, so eindeutig. Und doch fühlt es sich richtig an.
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das Thema ADHS so offen in die Welt tragen soll. Wer darüber spricht, macht sich angreifbar. ADHS wird noch immer oft missverstanden, bagatellisiert oder belächelt. Viele schweigen aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Und genau deswegen habe ich mich entschieden, den Schritt zu gehen. Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern Verantwortung. Ich spreche darüber, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Gedanken und Gefühle schneller laufen als Strukturen. Wie es ist, voller Energie zu sein und gleichzeitig nach Ruhe zu suchen. Und wie sehr Ernährung, Routinen und Bewusstsein helfen können, Klarheit und Fokus zurückzubekommen.
Auf dem Weg hierher war ich mir oft selbst im Weg. Es gab Zweifel, Unsicherheit und Phasen, in denen Stimmen lauter waren, die sagten: „Das schafft man nicht.“ Doch genau diese Momente wurden zu meinem Antrieb. Ich wollte nicht irgendwann zurückblicken und bereuen, es nicht versucht zu haben. Ich wollte meinen Weg gehen, lernen, fallen, wieder aufstehen und wachsen. Nicht perfekt, sondern präsent. Nicht angepasst, sondern echt.
Jetzt den eigenen Namen in der Zeitung zu lesen, das eigene Gesicht auf einer Titelseite zu sehen und im Lokalteil so viel Raum zu bekommen, ist mehr als ein persönlicher Erfolg. Es ist ein Zeichen dafür, dass ehrliche Geschichten ihren Platz finden. Dass Menschen zuhören, wenn man mutig genug ist, zu sprechen. Und dass es sich lohnt, für die Themen einzustehen, die einen selbst verändern.
Dieser Bericht ist kein Zielpunkt. Er ist ein Zwischenstopp. Ein Wendepunkt. Ein stiller Moment, in dem ich merke, dass alles, was schwer war, einen Sinn hatte. Ich werde weiter aufklären, weiter sprechen und weiter schreiben. Für die Menschen, die anders denken, intensiver fühlen und manchmal kämpfen, ohne dass jemand es sieht. Für alle, die ihren Platz suchen und irgendwann merken, dass sie ihn sich selbst bauen dürfen.
Und auch wenn der Wind manchmal von vorne kommt, gehe ich weiter. Jetzt erst recht

Das Buch hat die Redaktion der Waiblinger Kreiszeitung / Welzheimer Zeitung auf das Thema ADHS aufmerksam gemacht. Der offene, ehrliche Umgang mit ADHS sowie die persönliche Perspektive haben dazu geführt, dass das Buch und der Autor redaktionell aufgegriffen wurden.
Die Veröffentlichung ist mit gemischten Gefühlen verbunden. Stolz, Dankbarkeit, Verwunderung und Ungläubigkeit liegen nah beieinander. Sich im eigenen Heimatgebiet so sichtbar zu sehen, ist ungewohnt, aber gleichzeitig stimmig und richtig.
ADHS ist nach wie vor ein Thema, das oft missverstanden oder bagatellisiert wird. Viele Betroffene schweigen aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Die bewusste Entscheidung für Offenheit entstand aus dem Wunsch, Sichtbarkeit zu schaffen und Verantwortung zu übernehmen.
Das Buch beschreibt persönliche Erfahrungen mit ADHS, unter anderem den Umgang mit innerer Unruhe, hoher Energie, Reizüberflutung und dem gleichzeitigen Bedürfnis nach Struktur und Ruhe. Auch die Bedeutung von Ernährung, Routinen und Bewusstsein wird thematisiert.
Zweifel, Unsicherheit und innere Widerstände waren Teil des Prozesses. Gerade Phasen, in denen das eigene Vorankommen infrage gestellt wurde, haben letztlich den Antrieb verstärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Der Zeitungsbericht wird nicht als Zielpunkt verstanden, sondern als Zwischenstopp. Er zeigt, dass ehrliche Geschichten Gehör finden und dass es Raum für Themen wie ADHS gibt, wenn man bereit ist, sie offen anzusprechen.
Das Buch möchte Menschen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. Nicht perfekt, sondern präsent. Nicht angepasst, sondern authentisch. Es richtet sich an Menschen, die anders denken, intensiver fühlen und oft kämpfen, ohne dass es sichtbar ist.
Die Veröffentlichung in der Zeitung ist kein Abschluss. Der Fokus liegt weiterhin auf Aufklärung, Austausch und Schreiben. Ziel ist es, Menschen mit ADHS und deren Umfeld Orientierung, Verständnis und Perspektiven zu geben.
Das Buch richtet sich an Menschen mit ADHS, an Angehörige sowie an alle, die ADHS besser verstehen möchten. Es spricht besonders diejenigen an, die sich zwischen Anpassung und Authentizität bewegen und ihren eigenen Platz suchen.
Zusammenfassung: der Text beschreibt die persönliche Erfahrung rund um die Veröffentlichung des Buches „ADHS – gesegnet und verflucht“ und die unerwartete Aufmerksamkeit durch die Waiblinger Kreiszeitung / Welzheimer Zeitung. Im Mittelpunkt stehen Sichtbarkeit, Verantwortung und der bewusste Schritt, offen über ADHS zu sprechen. Thematisiert werden innere Zweifel, gesellschaftliche Missverständnisse und der Mut, den eigenen Weg authentisch zu gehen. Die Berichterstattung wird nicht als Ziel, sondern als Zwischenstation verstanden und als Zeichen dafür, dass ehrliche Geschichten Gehör finden. Das Buch richtet sich an Menschen mit ADHS, ihr Umfeld und alle, die Anderssein besser verstehen möchten, und steht für Aufklärung, Verständnis und den weiteren Weg nach vorne.
Geschätzte Lesedauer: ca. 3–4 Minuten